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13. Dezember 2018

Automatisierung der Getreideannahme bei der BayWa AG

Bitzer-Wiegetechnik für BayWa

Unternehmensprofil

Der Handelskonzern BayWa AG mit Firmensitz in München ist in den Geschäftsfeldern Agrar, Energie und Bau tätig. Neben dem Ausbau des Wachstums auf dem heimischen Markt strebt die BayWa AG die Internationalisierung des Geschäfts und die Erschließung neuer Geschäftsfelder an. Im Zuge des 2009 eingeleiteten Expansionskurses stand auch die Modernisierung des alten Umschlagstandortes am Regensburger Osthafen auf dem Plan. Durch den umfangreichen Ausbau soll sich der Standort zu einem modernen Agrarzentrum mit gesteigerter Erfassungs- und Umschlagskraft wandeln und so zu dem wichtigsten Drehkreuz für den Getreidehandel an der Donau werden.

BayWa Video-Interview (Urheber BayWa AG)


Aufgabenstellung

Der Standort Regensburg Osthafen als Wasserstandort ist von strategischer Bedeutung für den Umschlag von Getreide an der Donau. Für die Erweiterung am vorhandenen Standort war es entscheidend Staus auf und vor allem vor dem Betriebsgelände sowie lange Laufwege auf dem Gelände zu vermeiden. Entsprechend wurde bei der Konzeption Wert auf ein integriertes Logistiksystem gelegt, welches die anliefernden Fahrzeuge sicher und effektiv über das Betriebsgelände leitet. Vor allem das zeitliche Nadelöhr der Probennahme und anschließenden Qualitätsanalyse lag im Fokus der Aufgabenstellung.


Lösungsweg

Aufgrund der vorhandenen Lagepläne wurde ein integriertes Waagen- und Logistiksystem entworfen. Hierbei wurde als Basis das vom Kunden bereits vielfach eingesetzte Softwareprogramm BITZER AGRAR verwendet und um die neuen Anforderungen erweitert.

Folgender Ablauf wurde realisiert:
Die ankommenden Fahrzeuge fahren auf der zweiten Spur in das Hofgelände, um die Staubildung in der Straße vor dem Betriebsgelände zu verhindern. Anschließend fährt das anliefernde Fahrzeug im Kreisverkehr Richtung Eingangswaagen.

 

1. Anmeldung

Um den Annahmevorgang zu beschleunigen, meldet sich der Fahrer aus der Warteschlange beim Bediener am Anmelde-Schalter des Wiege- und Laborraumes. Grundsätzlich sind zwei Szenarien möglich:

Szenario 1:
Der Fahrer besitzt eine Kundenkarte und identifiziert sich mit dieser direkt am Ident-Terminal. Die hinterlegten Daten werden auf dem Bildschirm des Anmelde-PCs dargestellt und der Bediener ergänzt die fehlenden Angaben.

Szenario 2:
Der Fahrer besitzt keine Kundenkarte. Daher muss der Bediener einen neuen Vorgang im System anlegen und eine Hofkarte zuordnen, die er dem Fahrer übergibt.

2. Wiegen und Probennahme

Das Fahrzeug fährt auf eine der zwei Eingangswaagen und identifiziert sich mit seiner Karte am Ident-Terminal. Daraufhin füllt sich die Maske des Waagen-PCs mit den hinterlegten Daten. Der Bediener am Waagen-PC führt die Erstwägung aus und generiert ein Identifikationsetikett für die Probe. Im Anschluss wird die Probe gestochen, d.h. pneumatisch ins Labor gefördert, homogenisiert und in drei Fraktionen geteilt.

3. Labor

Das ausgedruckte Identifikationsetikett wird der entsprechenden Probe zugeordnet. Nach Einschütten der Probe in einen der beiden Probenautomaten mit doppelter Besatzlinie wird durch Scannen des Etiketts der Reinigungs- und Analysevorgang gestartet. Die ermittelten Qualitätswerte vom Probenautomat werden automatisch jedem Vorgang im System zugeordnet sowie in eine spezielle „Hofliste“ eingetragen. In diese „Hofliste“ trägt der Silomeister die jeweilige Gossennummer ein und steuert die Anzeigetafel (Fahrerinformationssystem).

4. Anzeigetafel (Fahrerinformationssystem)

Das Fahrzeug verlässt sofort nach der erfolgten Probennahme die Eingangswaage und fährt weiter in Richtung elektronische Anzeigentafel. Sobald die KFZ-Nummer an der 6-zeiligen Anzeigetafel erscheint (4 Annahmegossen und 2 Verladegossen), fährt der Fahrer zur entsprechenden Gosse und identifiziert sich mittels Karte am Ident-Terminal.

5. Annahmegosse

Sobald sich der Fahrer an der Annahmegosse identifiziert hat, wird dem Silomeister der Kunde mit Artikel in der Hofliste am BITZER Client-Bildschirm angezeigt. Der Silomeister kann anhand der Qualitäten das Zielsilo eingeben. Durch bidirektionale Kommunikation zwischen BITZER AGRAR und der SPS wird bei Vorlage der Freigabe der SPS das Einfahrttor zur Gosse geöffnet, die Wege geschaltet und nach erfolgter Einlagerung die Silozelle von der SPS an BITZER AGRAR automatisch übergeben, sodass auch bei zwischenzeitlichen Änderungen immer die richtige Zelle im System vorhanden ist (wichtig für die Rückverfolgbarkeit). Ebenso wie die Annahme ist auch die Verladung über die modernisierte Schüttwaage sowie die Verladesilos mit einem Ident Terminal ausgestattet. Auch hier dient das Ident-Terminal zur Kontrolle, ob die Fahrzeuge an der zugeteilten Verladung stehen. Nach erfolgreicher Identifikation werden die Rolltore geöffnet und die Verladung freigegeben.

6. Leerverwiegung an der Ausgangswaage

Nach dem Abkippen bzw. der Verladung fährt das Fahrzeug zur Ausgangswaage. Der Fahrer identifiziert sich mit seiner Karte und löst die Wägung aus. Sein Lieferschein wird auf dem Bildschirm der Selbstbedienstation angezeigt und der Fahrer quittiert diesen am Unterschriften-Pad. Bei einer Hofkarte wird die Rückgabe verlangt und überprüft. Anschließend wird der Lieferschein ausgedruckt. Das Fahrzeug verlässt die Annahmestelle. Der einwandfreie Wiegevorgang wird durch die Aufstandsüberwachung sichergestellt und durch Kameraaufzeichnung im BITZER AGRAR dokumentiert. Neben dem vorgestellten Logistiksystem wurde noch eine neue Schiffsverladewaage mit einer Leistung von 400 t/h installiert. Zudem wurden bereits vorhandene interne Waagen für die Umlagerungen in das Gesamtsystem integriert, so dass diese Waagen ebenfalls zentral aus der Siloschaltwarte fernbedient werden können.


Ergebnis

Dank des eingeführten Logistiksystems konnten die Hofabläufe auf dem Betriebsgelände optimiert werden. Einerseits werden Staus vor und hinten den Fahrzeugwaagen durch einen intelligenten Anmelde- und Fahrerleitprozess vermieden. Die automatische Getreideanalyse in den Probenautomaten mit doppelter Besatzlinie sorgt zudem für eine schnelle Bereitstellung der Getreidequalitätswerte beim Silomeister, sodass im Sinne der qualitätsbezogenen Einlagerung von Getreide die Zuordnung von Fahrzeugen zu Annahmegossen umgehend erfolgen kann.



Eckdaten

Unternehmen: BayWa AG

Branche: Handels- und Dienst-leistungskonzern

Standort: Osthafen Regensburg

BITZER Produkte:

Unternehmensseite: https://www.baywa.de/

Industrielle Wiegetechnik bei BayWa
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